Zum ersten Mal seit zwei Jahren war ich am vergangenen Wochenende auf einem Tanzseminar. 19 Personen, die teilgenommen haben. Zugang nur mit negativem Test oder vollständiger Impfung. Soweit kennen wir das Vorgehen inzwischen.

Ich liebe es zu tanzen und habe mich mega darauf gefreut, endlich wieder mit den Tanzfrauen und -männern zusammen zu sein, die ich meist nur auf diesen Seminaren treffe.

Seitens des Seminarhauses in Bad Bederkesa gab es strikte Corona-Regeln, wie sie auch in anderen Bildungshäusern herrschen. Aber innerhalb unserer Gruppe, die einen eigenen großen Tanzraum hatte und für die ein separater Essensraum vorgesehen war, war es möglich, sich weitgehend innerhalb der eigenen Kohorte zu bewegen und dort auch mehr Nähe zuzulassen, als es sonst üblich ist. Die Annäherung geschah behutsam, aber stetig. Und – was soll ich dir sagen? – ich habe es genossen!

Mehr noch, ich habe gespürt, dass ich in den bald anderthalb Jahren, während derer Corona grassiert, mir so etwas wie eine unnahbare Hülle übergestülpt habe, als bräuchte ich das alles nicht unbedingt: die Nähe, die Berührungen, die Gespräche. Diese Hülle, sollte ich sie wirklich gehabt haben, ist an diesem Wochenende geplatzt wie eine Seifenblase. So nah, so intensiv, so unverzichtbar war das alles, was dort im Miteinander entstand.

Gelebte Nähe, Gefühle, die überquollen, Tränen, die dicht unter der Oberfläche saßen. „Da tropfte Liebe raus“, sagte eine der Teilnehmerinnen. Ja, so war es. Deswegen gehört dieses Wochenende unbedingt zu einem meiner Lebensschätze in diesem Jahr. Gefühle pur, Intensität bis zum geht nicht mehr und Begegnung auf allen Ebenen des Seins. Mehr geht nicht. Das war mein Gefühl, als ich nach Hause fuhr.

Ich möchte mehr davon, unbedingt mehr davon. Kannst du das verstehen?

Ich wünsche dir von Herzen eine gefühlsreiche Woche von Mittwoch zu Mittwoch,

deine Katharina

Zitat der Woche: „Wo man am meisten fühlt, weiß man nicht viel zu sagen.“ (Annette von Droste-Hülshoff)