Ein Todesfall in der Familie bringt alles durcheinander. Die Welt bleibt stehen und hält für einen Moment den Atem an, während sich für alle anderen diese gleiche Welt weiterdreht, als wäre alles so wie vorher. Die gewohnten Abläufe, sie sind hinfällig geworden. Die Pläne, sie haben sich in Luft aufgelöst. Und die Zukunft, sie zerplatzt wie eine Seifenblase.

Die Gefühle fahren Achterbahn und das Schlimmste von allem ist die Erkenntnis: nie mehr! Das Leben, was ich vorher gelebt habe, werde ich nicht mehr weiterleben können. Und sie, die eine Person, die aus meinem Leben nicht wegzudenken ist, wird nie wieder zurückkehren mit der Folge, dass ich für immer allein bin.

Für immer allein. Das wollte ich nie sein. Ich brauche Menschen um mich herum und dich an meiner Seite. Es tut unsagbar weh, dass dort, wo vorher du warst, jetzt eine unsagbar schmerzvolle Lücke klafft. Eine tiefe Wunde, die der Tod geschlagen hat, ohne dass ich die Möglichkeit hatte zu sagen, ob ich das will oder nicht. Natürlich wollte ich nicht!

Ich hatte keine Wahl. Ich musste den Tod in mein Leben lassen. Und nun muss ich lernen, mit deinem Tod zu leben.

Wichtig ist, dass du dir in der Situation Zeit lässt, den Schmerz auf dich wirken zu lassen und die Trauer wirklich zu fühlen. Denn nur, wenn du das tust, kommst du mit deinen Gefühlen in Kontakt und du lernst, dass es eine ganze Palette davon gibt und dass sie alle gleichermaßen zu dir gehören. Die, die du gerne in dein Leben lässt, und die anderen, auf die du getrost verzichten kannst.

Kein Gefühl bleibt ewig. Auch die Höhenflüge und die Phasen von Honey Moon halten nicht für immer an. Dein Schmerz ist da und er ist real. Das Gefühl des Alleinseins ist zu einer Wirklichkeit geworden, die du nie wolltest. Habe für dich selber Verständnis, wenn du aktuell keine Kraft hast und nicht so funktionierst wie vorher.

Für immer allein zu sein, bedeutet nicht, dass das auch so bleiben muss. Es ist nicht notwendig, die Lücke, die geschlagen wurde, zu schließen. Du kannst dir trotzdem Weggefährt*innen suchen, die ein Stück des neuen Weges mit dir gehen. Manche schauen wie Engel bei dir vorbei und bieten sich von sich aus an. Ergreife ihre Hand, wenn es die richtige ist. Nicht jeder Mensch tut dir in deiner Situation gleichermaßen gut.

Schaue hin, wer dir guttut. Höre in dich hinein. Wer hilft, die Einsamkeit zu vertreiben? Und sei es nur für ein paar Stunden. Diese Hand ergreife. Für ein Stück deines Weges. Es braucht ja nicht für immer zu sein. Ebenso wie du nicht für immer allein sein musst.

Ich wünsche dir von Herzen eine Woche des Miteinanders von Mittwoch zu Mittwoch,

deine Katharina

Zitat der Woche: „Das Leben ist kurz, aber doch von unendlichem Wert, denn es birgt den Keim der Ewigkeit in sich.“ (Franz von Sales)