Der Frühling hat begonnen und ich für meinen Teil genieße jeden Moment der sonnendurchfluteten Tage. Ich bin ein absoluter Fan des Frühlings, weil ich das Gefühl habe, dass die Erneuerung, die darin steckt, sich unmittelbar auf mich überträgt. Vermutlich sind wir als Menschen viel stärker mit der Natur verbunden, als uns das bewusst ist. Im Kopf sind wir weit gekommen, aber von unseren Anlagen her sind wir doch sehr urtümlich geblieben. Mir gefällt diese Vorstellung.

Den Frühling zu genießen, bringt mich auf das Thema Genuss im Allgemeinen. Wann eigentlich genießen wir etwas? Und wofür ist es gut? Kann ein trauernder Mensch genießen oder ist ihm der Genuss abhandengekommen?

Genießen tun wir Erlebnisse, die uns ein Wohlgefühl verschaffen. Etwas, was die Sinne anregt und uns gleichzeitig entspannt. Etwas, was Abstand vom Alltag erzeugt. Etwas, was wir am liebsten wieder und wieder tun würden.

Die meisten Menschen verbinden mit Genuss leibliche Genüsse: Süßigkeiten, ein Glas Wein, eine Zigarette. Daher rührt wohl auch die Bezeichnung Genussmittel für solcherlei Produkte. Ich frage mich immer, warum ausgerechnet die Dinge, die uns schaden, Genussmittel sein sollen. Der Begriff verschleiert, dass es so viele andere Genüsse gibt, die viel wohltuender sind und die nachhaltig positiv wirken.

All diese wunderbaren Dinge, die Körper und Seele gleichermaßen guttun, das sind die wahren Genussmittel: ein warmes Bad einlaufen lassen, den Sonnenuntergang betrachten, eine Umarmung genießen, ein gutes Gespräch führen, einen Spaziergang machen, Freund*innen einladen, Tee trinken und, und, und… Du kannst diese Liste beliebig fortführen, jedwede Wohltat hinzufügen, die dich aufbaut und dir zeigt, dass es sich zu leben lohnt. Und dann, ja dann hast du dir einen Pool von Möglichkeiten geschaffen, die in jeder Situation, also auch in Zeiten der Trauer, für gute Momente sorgen können. Genussmomente.

Welches sind deine liebsten Genussmomente? Erzähl mir gerne davon.

Ich wünsche dir von Herzen eine genussreiche Frühlingswoche von Mittwoch zu Mittwoch,

deine Katharina

Zitat der Woche: „Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde uns neuen Räumen jung entgegensenden.“ (Hermann Hesse)