Vielen Trauernden ergeht es so, dass sie in ihrem Schmerz gefangen sind und sich ihr gesamtes Leben zunächst nur darum dreht. Um die Frage, ob sie je wieder froh sein können. Den meisten ist es gleichgültig, was derweil mit ihrem Körper geschieht. Dabei hängt die Heilung ihrer Seele auch an dem Zustand ihres Körpers. Beides ist nicht unabhängig voneinander zu betrachten. Sogar der Geist als dritte Komponente ist ein entscheidender Faktor.

Als trauernder Mensch solltest du dich fragen, wie du trotz der starken die Gefühle, die dich beschäftigen, gesund bleiben kannst. Gesund im umfassenden Sinne des Wortes, denn Gesundheit bedeutet nicht einfach, frei von Krankheit zu sein. Gesundheit bedeutet viel mehr. Es beinhaltet das Heilsein deines Körpers, das Heilsein deiner Seele, das Heilsein deines Geistes. Körper, Seele und Geist bilden eine Einheit. Geht es einem der Teile nicht gut, leiden die anderen mit.

Während du trauerst, ist einiges aus dem Lot gebracht. Durch den übergroßen Schmerz, der deine Seele belastet, der sie trüb und traurig macht, hast du ein schweres Gewicht zu tragen. Manche der Trauernden empfinden die Last regelrecht körperlich. Sie fühlen sich so, als hätte man ihnen in ihren Lebensrucksack, den sie auf ihrem Rücken mit sich herumtragen, dicke Wackersteine hineingetan, unter deren Gewicht sie böse schwanken. Sie werden gebeugt. Das Weitergehen fällt schwer. Zentimeter um Zentimeter schleppen sie sich vorwärts. So langsam, dass sie das Gefühl haben, auf der Stelle zu stehen. Der Rücken tut weh, die Knie schmerzen, die Beine versagen ihren Dienst, die Füße fühlen sich geschwollen an. Und wirklich. Die Symptome kommen auf. Der Körper reagiert auf die seelische Belastung, indem er von der Last schier niedergedrückt und in seinen Funktionen eingeschränkt wird. Auf diese Weise kann es passieren, dass trauernde Menschen Anzeichen einer körperlichen Erkrankung entwickeln. Es müssen nicht diese Symptome sein. Es gibt hunderte von Möglichkeiten, wie der Körper sich melden und anzeigen kann, dass etwas nicht mehr stimmt.

Der Ursprung dessen ist der Schrei der trauernden Seele. Das zu wissen ist das Entscheidende, damit eine Linderung der Leiden möglich wird. Einfühlsame Fachleute werden dies erkennen und dich entsprechend behandeln.

Es gibt drei Dinge, die du selbst tun kannst, um zur Gesundung von Körper, Seele und Geist beizutragen:

  1. Achte auf deinen Atem. Menschen in Belastungssituationen bleibt oft im wahrsten Sinne des Wortes die Luft weg. Das passiert, weil durch den emotionalen Stress die Muskeln im Brustkorb und Bauchraum verkrampfen und die Lunge sich nicht mehr ausreichend mit Luft und damit mit Sauerstoff füllen kann. Dir deines Atems bewusst zu werden und – am besten in freier Natur – restlos auszuatmen und erst danach wieder Luft zu holen, das ist ein kleiner Anfang mit großer Wirkung. 
  2. Achte auf deine Ernährung. Auch wenn es dir vorübergehend egal sein mag, was du in dich hineinstopfst, deinem Körper ist es nicht egal. Er braucht deine Aufmerksamkeit und die guten Stoffe, die in einer gesunden Ernährung stecken. Gerade wenn du im Moment wenig Appetit haben solltest, ist das Wenige, was du zu dir nimmst, einen zweiten Blick wert, damit du möglichst viele Nährstoffe zuführst, die deinem Körper helfen, die Höchstleistungen zu erbringen, die er in Zusammenarbeit mit deiner Seele derzeit leistet.
  3. Sei vorsichtig im Umgang mit Alkohol. Der Konsum von Alkohol wird in unserer Gesellschaft verharmlost. Er ist die Volksdroge Nummer eins. Wenn deine Seele leidet, verspricht Alkohol schnellen Trost, weil die Gefühle eine Zeit lang unterdrückt werden und sich ein sanfter Nebel über alles legt. Das Erwachen danach ist um so bitterer. Außerdem birgt Alkohol die Gefahr, dass du dich zügig in eine Abwärtsspirale in Richtung Sucht hineinbewegst, der du nicht mehr entkommen kannst. Ich kenne viele Beispiele von Leuten, die dachten, sie hätten ihren Alkoholkonsum im Griff, wo es doch längst umgekehrt war, dass nämlich der Alkohol sie im Griff hatte. Alkohol löst keine Probleme, er schafft welche.

Wenn du in Zeiten der Trauer um deiner Gesundheit willen diese drei Punkte beachtest, hast du viel getan für das Gleichgewicht deiner Seele, deines Körpers und deines Geistes.

Ich wünsche dir von Herzen eine selbstwerte Woche von Mittwoch zu Mittwoch,

deine Katharina

Zitat der Woche: „Er war dem Tod so knapp entkommen, dass das, was ihm vom Leben übrigblieb, unsäglich kostbar für ihn war.“ (David Herbert Lawrence)