Hast du einen Ort der Erinnerung? Einen Ort, an den du gerne denkst, wo dich du gerne aufhältst, an dem du dich mit lieben Menschen aus deinem Leben verbunden fühlst?

Ich habe so einen Ort. Das ist die Insel Spiekeroog. Dort habe ich, vor allem in meiner Kinder- und Jugendzeit, viel Zeit verbracht. Meine Geschwister und ich haben Sandburgen um die Wette gebaut, sind bei Hochwasser durch die Wellen getaucht und auf der von uns sogenannten „Eislaufbahn“, den Holzwegen am Dünensaum entlang, zur Strandhalle gelaufen, um uns dort ein Eis zu kaufen. Den Geruch des Holzes habe ich heute noch in der Nase und könnte ihn von Tausend anderen unterscheiden.

Ich kenne den Campingplatz, die alte Inselbahn, den Dorfkern. Einfach alles. Als Jugendliche habe ich zwei Sommer auf Spiekeroog verbracht und dort gearbeitet und bin derweil in das Leben der Insulaner*innen eingetaucht. Die Trennung von einem meiner Lebensgefährten geschah auf der Insel und längst bin ich auch mit meinem Mann und unseren Kindern dort gewesen. Ab und zu verbringe ich meine kreative Zeit dort.

Schönes und Schmerzliches birgt dieser Ort. Er ist zu einem Teil von mir geworden. Und wenn ich einen Menschen vermisse, der einmal zu meiner Familie dazugehörte und nun nicht mehr unter uns ist, dann fahre ich gedanklich oder ganz real an meinen Ort der Erinnerung und weiß, dort bin ich sowohl mir selber als auch meinen Liebsten nahe, wo immer sie sich aufhalten.

Hast du auch so einen Ort der Erinnerung?

Ich wünsche dir von Herzen eine erinnerungsstarke Woche von Mittwoch zu Mittwoch,

deine Katharina

Zitat der Woche: „Erinnerung ist eine Form der Begegnung.“ (Khalil Gibran)