In diesen Tagen, in denen so viel Schreckliches passiert, ist die Aufmerksamkeit der Welt auf den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine gerichtet und auf all das Leid, in das unschuldige Menschen dadurch gestürzt werden. Mitleiden, mitfiebern, bangen, hoffen, beten und für den Frieden eintreten. Es gibt die unterschiedlichsten Wege, den unfassbaren Zuständen zu begegnen, die wir in einem Europa des 21. Jahrhunderts nicht mehr für möglich gehalten hätten.

Die Alten fühlen sich an die Zeiten des zweiten Weltkriegs zurückerinnert und kämpfen mit den Bildern in ihren Köpfen und den Erinnerungen an zahlreiche Schreckensnächte. Wer das nicht miterleben musste, hat trotzdem Angst, die Situation könne aus dem Ruder laufen und noch mehr Leid hervorrufen. Die Aufmerksamkeit, sie ist im Außen. Gibt es weitere Nachrichten, die zur Klärung der Situation beitragen? Trägt die Hoffnung auf eine Entspannung der Lage Früchte? Was kann ich als einzelne Person tun?

Und neben all dem haben du und ich, haben wir alle unsere eigenen Nöte. Sie geraten in den Hintergrund und werden relativiert durch die Erlebnisse der unfreiwillig am Krieg Beteiligten. Aber du musst nicht denken, dass du deswegen nicht mehr wichtig bist und du nicht mehr traurig sein, dich nicht mehr schlecht fühlen, dir keine Sorgen mehr machen darfst. Doch, das darfst du. Das eigene Leid ernstnehmen und sich Zeit dafür nehmen und gleichzeitig empathisch mitfühlen und angemessen auf die aktuelle Lage reagieren, das ist das Gebot der Stunde.

Auch wenn du mit deinen Gedanken und mit dem Herzen bei den Leidtragenden bist, bleib trotzdem mit deinen Gedanken und deinem Herzen gleichzeitig bei dir. Du hilfst niemandem, wenn du dein Leben aufgibst und dich selbst nicht mehr spürst und wahrnimmst. Schalt ab und zu die Kanäle von außen ab. Komm ins Innen, in dein Zentrum, in deine Kraft, damit du Energien tankst und wieder an Stärke gewinnst.

Stark sein für dich und andere. Das geht nur in der Reihenfolge: erst für dich und dann für andere. Egoistisch? Nein, überlebensnotwendig.

Ich wünsche dir von Herzen eine Woche von Mittwoch zu Mittwoch, in der du dir Zeit nimmst und Stärke aufbaust – erst für dich und dann für andere,

deine Katharina

Zitat der Woche: „Die Hoffnung ist wie ein Sonnenstrahl, der in ein trauriges Herz dringt. Öffne es weit und lass sie hinein.“ (Christian Friedrich Hebbel)