Menschen und ihre Geschichten haben mich schon immer interessiert. Der rote Faden, der sich durch meinen beruflichen Weg zieht, ist dabei die gesprochene Sprache.
Als Schauspielerin habe ich Geschichten erzählt, mich in andere Menschen und ihre Lebenssituationen hineinversetzt und erfahren, wie sehr Sprache berühren und verbinden kann. Mein Studium der mündlichen Kommunikation und Rhetorik hat diese Beschäftigung noch einmal vertieft und mein Verständnis für Sprache und ihre Wirkung erweitert.
In meiner Arbeit als Trauerrednerin kann ich all das nun zusammenführen. Mich interessiert der Mensch in seiner ganzen Persönlichkeit. Ich möchte nicht nur erzählen, was jemand getan und erlebt hat, sondern spürbar machen, wer dieser Mensch war und was ihn ausgemacht hat. Dazu gehören die hellen Seiten eines Lebens ebenso wie Ecken und Kanten, Eigenheiten und Widersprüche. Eine Trauerrede muss nichts verklären, um liebevoll auf einen Menschen und sein Leben zurückzublicken.
Dabei richtet sich mein Blick nicht nur auf den verstorbenen Menschen. Es geht mir auch darum, der Trauer der Angehörigen Raum und Ausdruck zu geben, sie im Moment des Abschieds zu begleiten und die Worte zu finden, die ihnen selbst vielleicht gerade fehlen.
Eine Trauerfeier darf für mich vieles sein: still und traurig, feierlich und tröstlich, warm, lebendig und manchmal auch heiter. Entscheidend ist, dass sie dem verstorbenen Menschen ebenso gerecht wird wie denen, die von ihm Abschied nehmen
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