Ich freue mich darüber, dass eins der Videos auf meinem YouTube-Kanal gerade eine hohe Reichweite erzielt. Es ist das Video über die „No Gos in Sachen Trauer“. Über 13.500 Aufrufe hat es im Verlaufe von vier Wochen erzielt.

Das bestätigt mir einmal mehr, dass die Menschen, vor allem trauernde Menschen, sich danach sehnen, in ihrer Situation und in ihrer besonderen Lage gesehen und verstanden zu werden. Jemand soll aussprechen, wie sie sich fühlen und was ihnen widerfährt, weil es so schwer ist, selbst für sich einzustehen – wenn der Schmerz des Verlustes so groß ist und die Kraft am Ende. Offensichtlich habe ich mit diesem Video einen Türöffner geboten, der Trauernde ermutigt, über Erlebtes zu sprechen. So lassen die zahlreichen Kommentare vermuten.

Ich möchte eine Ansprechpartnerin in Sachen Trauer sein. Ich möchte Räume eröffnen, um über Trauriges zu sprechen. Weiter gedacht sollen Trauernde, sobald sie Unterstützung, Rat und Hilfe im Trauerfall benötigen, an Katharina Ziegler denken, weil mein Name und das Wort Trauer in einem Atemzug genannt werden.

Katharina und Trauer.

Daran dachte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, als er mich zu einem 1:1-Video-Gespräch über „Trauer in Zeiten der Pandemie“ einlud.

Daran dachte Vera Marie Strauch, als sie mit mir in ihrem Podcast über „Trauer im persönlichen und beruflichen Umfeld“ sprach.

Daran dachte auch Dr. Nicole Hänse, in deren Podcast ich jüngst zu Gast war, um über den „Umgang mit Trauer und Verlust in der Medizin“ ins Gespräch kamen. Diese Folge erscheint am 19.06.2022. Ich informiere euch zeitnah.

Für mich sind diese Situationen Gelegenheiten, das Thema Trauer öffentlich zu machen. Räume zu eröffnen, um über Trauriges zu sprechen, bedeutet, ganz persönlich für die Menschen da zu sein, die Hilfe brauchen. Das tue ich unzählige Male während meiner Trauerbegleitungen oder wenn ich mit Angehörigen wegen der Rede spreche, die ich zum Abschied eines lieben Menschen halten soll. Aber es gehört zusätzlich dazu, das Thema Trauer aus seinem Tabu und den persönlichen Gesprächen herauszuholen und in größeren Zusammenhängen darüber zu reden: in den sozialen Medien, in der Presse, in Lesungen, in Podcasts… Dafür brenne ich, und dafür stehe ich bereit.

Komm gerne persönlich auf mich zu mit Fragen, Anregungen oder dem Herstellen eines Kontakts, um größere Räume für Trauriges zu eröffnen. Wahrscheinlich hast du es selbst schon an eigenem Leib (oder besser an eigener Seele) erfahren, dass unsere Gesellschaft das bitter nötig hat.

Ich wünsche dir von Herzen eine Woche von Mittwoch zu Mittwoch mit Raum für deine Trauer,

deine Katharina

Zitat der Woche: „Traurigkeit ist nicht ungesund – sie hindert uns abzustumpfen.“ (George Sand)