Verschiedene Menschen mit sich voneinander unterscheidenden Persönlichkeiten haben unterschiedliche Bedürfnisse:

  • Die einen ziehen sich zurück und sind gerne ganz für sich.
  • Andere mögen es, regelmäßig in Kontakt zu sein.
  • Und dann gibt es diejenigen, die um sich herum nicht genug Trubel haben können.

Wie auch immer du gestrickt bist und wie ausgeprägt oder wenig stark dein Bedürfnis nach Beziehungen ist – du bist dennoch ein Mensch und wir Menschen sind von der Anlage her soziale Wesen und darauf ausgelegt, in einer Gemeinschaft zu existieren.

Das muss nicht gleichzeitig bedeuten, dass du dich nur in Gesellschaft vieler Leute wohlfühlst. Es bedeutet lediglich, dass wir auf Verbindung und Austausch angewiesen sind und unser wahres Menschsein in wie auch immer gearteten Beziehungen leben. Deshalb nämlich besteht eine der größten Ängste im Zusammenhang mit dem Verlust eines lieben Menschen darin, von nun an einsam sein zu müssen, keine*n Gesprächspartner*in mehr zu haben, nicht mehr in den Arm genommen zu werden, nicht mehr geliebt zu sein.

Einsamkeit ist ein häufiges Trauerphänomen. Nicht nur ziehen sich Personen aus dem Umfeld oft zurück, weil sie unsicher sind, wie sie mit geballter Traurigkeit umgehen sollen, sondern auch weil sie damit an ihre eigene Endlichkeit und die ihrer Liebsten erinnert werden. Zu gerne sollen Phänomene wie Trauer, Sterben, Abschied und Tod aus dem Leben ausgeklammert werden. Dass das nicht gelingt, wissen wir spätestens, nachdem uns der Tod einmal getroffen hat. Aber nicht alle, mit denen du es zu tun hast, sind bereits mit dem Tod in Berührung gekommen.

Gleichgültig, ob du in deiner freien Zeit gerne unter Menschen oder lieber für dich alleine bist. Es ist so oder so heilsam, wenigstens ein paar Freund*innen zu haben, auf die du auch in schweren Zeiten zählen kannst. Ein soziales Netz ist in guten Zeiten Silber wert und in schlechten Zeiten Gold. Das allerdings gilt nur für ein Netz, das wirklich trägt, für Beziehungen, die in die Tiefe gehen, für Freundschaften, die dafür gerüstet sind, Schmerzen auszuhalten.

Der Schlüssel gegen die Einsamkeit liegt darin, in guten Tagen tragfähige Beziehungen aufzubauen und Freundschaften, die ihren Namen verdienen. Damit du Menschen hast, in deren soziales Netz du dich hineinfallen lassen kannst, wenn du es einmal brauchen solltest.

Ich wünsche dir von Herzen eine beziehungsstarke Woche von Mittwoch zu Mittwoch,

deine Katharina

Zitat der Woche: „Allein zu sein! Drei Worte, leicht zu sagen, und doch so schwer, so endlos schwer zu tragen.“ (Adelbert von Chamisso)