Lass uns über Trauriges sprechen! Ja, du hörst richtig, ich ermuntere dich und mich und alle, die ich kenne, dazu, über Trauriges zu sprechen. Denn es ist der Kern einer jeden Existenz, dass sie mit Situationen in Berührung kommt, die belasten. Jede Kreatur muss damit fertigwerden.

Die Pflanze beugt ein Sommersturm. Den Eisbären raubt der schmelzende Nordpol den Lebensraum. Die Fische bedroht das Plastik in den Meeren. Auch der Mensch ist auf dem Weg von der Geburt bis zum Tod etlichen Belastungsproben ausgesetzt. Eine davon ist die Notwendigkeit, sich mit dem Sterben auseinandersetzen zu müssen.

Jede und jeder von uns bekommt es im Verlaufe des Lebens mit dem Tod zu tun – mindestens mit dem eigenen. Da das so ist und es somit ganz normal ist, Trauriges zu erleben, Abschiede verkraften und Verluste verarbeiten zu müssen, sollten wir darüber sprechen. Denn wir können von den Erfahrungen der anderen profitieren und uns gleichzeitig eine Last von der Seele reden.

An vielen Stellen ist es meine Aufgabe, die Räume dafür zu eröffnen, dass über Trauriges geredet wird. Und ja, das spült Tränen hervor und bringt zum Schluchzen, aber es befreit auch, weil es kein Thema mehr gibt, um das herumgeeiert werden muss.

Über Trauriges reden – aus meiner Sicht gibt es nichts Besseres für ein erfülltes Leben und Beziehungen, die in die Tiefe gehen.

Also: lass uns über Trauriges sprechen! – Hast du es schon einmal probiert? Und wenn ja, wie ist es dir damit ergangen?

Ich wünsche dir von Herzen eine erfüllende Reden-über-Trauer-Woche von Mittwoch zu Mittwoch,

deine Katharina

Zitat der Woche: „Was wäre das Leben ohne den Tod? Wäre der Tod nicht, es würde keiner das Leben schätzen; man hätte vielleicht nicht einmal einen Namen dafür.“ (Jakob Boßhart)