Vielleicht kommt sie dir unpassend vor, die Frage, wann du nach einem schweren Verlust wieder lachen darfst. Anfänglich ist die Trauer oft so grenzenlos, dass allein der Gedanke an ein Lachen schier aus einer anderen Welt zu stammen scheint.

Und doch bist du in jedem Moment deines Seins ein Mensch, der die ganze Palette der Gefühle als Möglichkeit in sich trägt. Sie wurden dir in die Wiege gelegt. Sie verhelfen dir dazu auszudrücken, was in dir steckt, und sind ein wesentlicher Teil deiner Fähigkeit, ein wahrhaft soziales Wesen zu sein.

Die Frage nach dem passenden Zeitpunkt für ein Lachen im Trauerfall wird mir häufig genau dann gestellt, wenn eine Person „aus Versehen“ gelacht hat und plötzlich ein schlechtes Gewissen bekommt. Darf ich das? Darf ich lachen, obwohl mein lieber Mensch gerade gestorben ist?

Ja warum nicht? Gerade wenn dein Lachen hervorblitzt, ohne dass du darüber nachdenkst, zeigt es dir doch, dass trotz deiner Traurigkeit die schöne Seite des Lebens nach wie vor in dir steckt. Du brauchst weder ein schlechtes Gewissen dabei zu haben noch sollst du es dir verkneifen.

Hätte dein lieber Mensch gewollt, dass du dein Lachen versteckst?

Lache, wenn dir danach zumute ist, und weine, wenn dir danach zumute ist! Tust du es nicht, beraubst du dich deiner Möglichkeiten des menschlichen Ausdrucks und reduzierst dich auf einen Teil deiner selbst mit dem Risiko, psychisch zu erkranken.

Der Regenbogen trägt alle Farben des Farbspektrums.

Dein Inneres trägt alle Farben des Gefühlsspektrums.

Du würdest nicht auf die Idee kommen, dem Regenbogen einen Teil seiner Farben zu nehmen, denn dann wäre er nicht mehr Regenbogen. Und was ist mit dir und deinem Inneren?

Ich wünsche dir von Herzen eine Regenbogen-Woche von Mittwoch zu Mittwoch,

deine Katharina

Zitat der Woche: „Fröhlich, wenn ich kann, traurig, wenn ich muss.“ (Deutsches Sprichwort)